WIE WIRD MAN DOLMETSCHER? ALLES ZU AUSBILDUNG, GEHALT, AUFGABEN UND ARBEITSMÖGLICHKEITEN!

Inhaltsverzeichnis

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Sprache verbindet. In einer globalisierten Welt sind Dolmetscher und Übersetzer wie Türöffner, die dafür sorgen, dass Botschaften keine Grenzen kennen und Nachrichten weltweit ankommen, egal in welcher Sprache. In den Nachrichten werden politische Reden verdolmetscht, von internationalen Konferenzen und Verhandlungen sind Dolmetscher nicht wegzudenken und auch vor Gericht kommen sie regelmäßig zum Einsatz. Aber wie sieht die Dolmetscherausbildung aus? Alles zum Thema Dolmetscherausbildung, Studium & Gehalt lesen Sie hier.

 

Dolmetscher: Aufgaben, Tätigkeiten und Unterschiede zum Übersetzer

Der Dolmetscherberuf und der Beruf des Übersetzers sind für viele auf den ersten Blick irgendwie das Gleiche. Dabei handelt es sich jedoch um zwei unterschiedliche Berufe, die sich nicht nur darin unterscheiden, wo und wie sie arbeiten, sondern auch welche Fähigkeiten gefragt sind.

Dolmetschen ist ein Mundwerk und Übersetzen ist ein Handwerk
.

Ein Dolmetscher überträgt mündlich das gesprochene Wort von einer Ausgangs- in eine Zielsprache. Dies geschieht in der Regel direkt vor Ort, zum Beispiel auf einer Konferenz oder im Gerichtsaal.

Im Gegensatz dazu überträgt der Übersetzer eine Ausgangssprache schriftlich in eine Zielsprache.

Während der Übersetzer ausreichend Zeit hat, beispielsweise notwendige Recherchen anzustellen oder auf computergestützte Übersetzungssoftware zurückgreifen (CAT-Tools)  kann,  findet die Verdolmetschung simultan bzw. mit recht geringer Zeitverzögerung statt. Deshalb sind Qualifikationen, wie eine schnelle Auffassungsgabe und die Fähigkeit flexibel und schnell zu reagieren, für einen Dolmetscher von größerer Bedeutung, als für einen Übersetzer.  Daher müssen Dolmetscher Fähigkeiten haben, die von einem Übersetzer so nicht verlangt werden und andersherum.

Überblick: Fähigkeiten, die ein Dolmetscher haben sollte

  • perfektes beherrschen mindestens einer Fremdsprache
  • kulturelles Hintergrundwissen und kulturelle Sensibilität für den Kulturkreis für den er dolmetscht
  • sehr gutes Zuhörvermögen und hohe Konzentrationsfähigkeit
  • stressresistent
  • zeitlich flexibel (auch Arbeit am Wochenende oder Auslandsreisen z.B. für Konferenzen)

 

Welche Dolmetschtechniken gibt es?

Simultandolmetschen:
Hier findet die Verdolmetschung der gesprochenen Rede simultan statt. Dabei sitzen die entsprechenden Dolmetscher in der Regel in einer schalldichten Kabine (man spricht auch vom Kabinendolmetschen). Der Dolmetscher spricht in sein Mikrofon und die Zuhörer können diese über ihre Kopfhörer empfangen.

Flüsterdolmetschen:
Ist eine Variante des Simultandolmetschens, die jedoch ohne Technik auskommt, da der Dolmetscher schräg hinter der Person sitzt und so leise für diese dolmetscht. Dies kommt eher selten zum Einsatz.

Konsekutives Dolmetschen:
Dies ist eine Dolmetschart, bei der die Verdolmetschung nicht gleichzeitig, sondern zeitversetzt erfolgt.  Der Dolmetscher macht sich während des Vortrags Notizen, um so die wichtigsten Inhalte festzuhalten und anschließend wiederzugeben. Dadurch, dass die Übersetzung nicht simultan, sondern zeitversetzt stattfindet, dauern Vorträge, Verhandlungen etc. länger.

Gebärdensprachdolmetscher
übersetzen eine Lautsprache in eine Gebärdensprache oder umgekehrt. Es gibt auch Gebärdensprachdolmetscher, die von einer Gebärdensprache in eine andere dolmetschen.

Dolmetschen muss im Übrigen nicht immer vor Ort stattfinden, es gibt auch Telefondolmetscher  oder das Ferndolmetschen per Video-Call.

 

Dolmetscher Voraussetzungen:

Dolmetscher-Studium und Ausbildung als Dolmetscher

Kann jeder Dolmetscher werden? Grundsätzlich ist der Begriff Dolmetscher oder Übersetzer in Deutschland nicht geschützt, das heißt auch ohne Ausbildung oder Prüfung kann eine Person diese Berufsbezeichnung wählen. Wer jedoch eine wirklich gute Stelle anstrebt, für den empfiehlt sich in der Regel eine einschlägige Ausbildung. Denn um professionell als Dolmetscher tätig zu sein, verlangt es weit mehr das sichere Beherrschen einer Fremdsprache.

Wie wird man Dolmetscher?

In Deutschland gibt es unterschiedliche Wege eine Laufbahn als Dolmetscher einzuschlagen.

 

Dolmetscher-Studium

Was muss man studieren, um Dolmetscher zu werden?

Eine Vielzahl deutscher Universitäten und Fachhochschulen bieten Abschlüsse an, die einen auf die Tätigkeit als Dolmetscher oder Übersetzer vorbereiten. Wichtig ist jedoch zu wissen, dass es kein standardisiertes Studium für Dolmetscher gibt, das heißt die angebotenen Studiengänge sind in verschiedenen Fachbereichen angesiedelt. Deshalb ist auch die Setzung der jeweiligen Schwerpunkte sehr unterschiedlich.

Daher ist es wichtig sich vorab Gedanken zu machen in welchem Bereich man zukünftig dolmetschen möchte. Dolmetscher kommen nicht nur in der Politik und Wirtschaft zum Einsatz, sondern dolmetschen beispielsweise auch für Patienten im Krankenhaus, die der Landessprache nicht mächtig sind oder sie dolmetschen vor Gericht. Jeder Bereich erfordert ein spezielles Hintergrundwissen und die korrekte Verwendung von Fachtermini. Der zum Teil im Studium oder durch Weiterbildungen erworben werden kann.

Studienanwärter sollten vorab recherchieren, ob die von ihnen bevorzugte Universität auch den Studienschwerpunkt anbietet, den sie anstreben.

Eine Auswahl Deutscher Universitäten und Fachhochschulen die Bachelor- oder Masterabschlüsse anbieten, die eine Tätigkeit als Dolmetscher oder Übersetzer vorbereiten:

 

Fachakademien

Statt des Dolmetscher-Abschluss an der Fachhochschulen oder Universität, kann auch eine 2-3 jährige Ausbildung an einer Fachakademie erfolgen. Hier eine Auswahl:

 

Staatliche Prüfung

Folgende Bundesländer bieten eine staatliche Prüfung für Dolmetscher und/oder Übersetzer an:

  • Baden-Württemberg
  • Bayern
  • Berlin
  • Hamburg
  • Hessen
  • Mecklenburg-Vorpommern
  • Saarland
  • Sachsen

 

Weiterführende Informationen zu den Prüfungen in den jeweiligen Bundesländern, stellt der „Bundesverband der Dolmetscher und Übersetzer“ bereit.

Wer diese Staatliche Prüfung erfolgreich ablegt hat, darf sich Staatlich geprüfter Dolmetscher oder Übersetzer nennen.

Die Zulassungsvoraussetzungen für diese Prüfung können auf unterschiedlichem Weg erfüllt werden. Es muss dabei einer der folgenden Punkte nachgewiesen werden:

  • Fachspezifische Ausbildung (z.B. an einer Fachakademie)
  • Nachweis der Fremdsprachen- und Fachkenntnisse + drei Jahre Berufserfahrung

 

Ein Hochschulabschluss, ebenso wie eine bestandene staatliche Prüfung, kann vor Gericht als Grundlage für eine Beeidigung dienen, für all jene, die beeidigter Dolmetscher werden möchten.

IHK-Prüfung

Die Prüfung zum geprüften Dolmetscher bzw. Übersetzer wurden von der Industrie- und Handelskammern (IHK) bis Herbst 2018 angeboten. Die Dolmetscherprüfung wurde danach eingestellt, während die Prüfungsverordnung für Übersetzer besser an die Marktbedingungen angepasst wurde. Seit Frühjahr 2019 wird nach der neuen Prüfungsordnung geprüft.

 

Gehalt als Dolmetscher?

Wie viel verdient man als Dolmetscher? Der Dolmetscherverdienst ist abhängig von unterschiedlichen Faktoren. Zum Beispiel:

  • Branche
  • Region in der man tätig ist
  • Größe des Arbeitgebers
  • die angebotene Sprachkombination
  • Berufserfahrung

Während sich das Einstiegsgehalt auf etwa auf 2000 Euro brutto beläuft, kann nach fünf Jahren Berufserfahrung mit einem Dolmetscher-Gehalt von 2700-3000 Euro gerechnet werden, alles Weitere ist nach oben offen.

 

Arbeitsmöglichkeiten – Wo arbeiten Dolmetscher?

Dolmetscher sind sehr häufig freiberuflich tätig. Wer Dolmetscher als Beruf anstrebt, der kann für eine ganzen Reihe unterschiedlicher Arbeitgeber tätig werden, darunter:

  • Übersetzungs- und Dolmetscherbüros
  • bei Behörden
  • bei EU-Institutionen (z.B. – EU – Parliament)
  • bei TV und Radio
  • bei politischen Organisationen
  • bei großen Arbeitgebern aus den unterschiedlichsten Wirtschaftsberiechen
  • im Tourismus
  • in der Medienauswertung
  • Dolmetschen bei Krankenhausaufenthalten oder Arztbesuchen
  • Gerichtsdolmetschen

 

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Berufsaussichten und Tipps für den Berufseinstieg als Dolmetscher

Dolmetscher arbeiten häufig freiberuflich und der Berufseinstig ist nicht immer leicht. Daher gilt es vor allem am Anfang netzwerken Sie und sammeln Sie Erfahrung und das am besten schon während des Studiums. Absolvieren Sie Praktika oder suchen sich während des Studiums einen Nebenjob der sie auch beruflich voranbringt. Je größer Ihr Netzwerk und Ihre Erfahrung, desto leichter finden Sie einen Job.

Die Aussichten auf dem Arbeitsmarkt sind eher mittelmäßig, wer jedoch gut in seinem Job ist, der wird auch problemlos eine Stelle finden. In unserer globalisierten Welt sind Dolmetscher nicht wegzudenken. Wer sich Nischen und weitere Arbeitsfelder erschließen will, der kann sich auch auf verhältnismäßig schwierige Sprachen wie Chinesisch oder Arabisch konzentrieren oder eher seltene Sprachkombination anbieten.

Wichtige Adressen für den Berufsstart:

 

Fazit – Dolmetscher-Ausbildung, viele Wege führen ans Ziel

Dolmetscher sind in einer globalisierten eng vernetzten Welt nicht wegzudenken. Die Ausbildungswege zum Dolmetscher sind dabei fast so vielfältig wie die Bereiche in denen man mit diesem Beruf arbeiten kann. Zwar ist die Berufsbezeichnung Dolmetscher nicht geschützt, in der Regel haben die meisten Dolmetscher jedoch ein entsprechend abgeschlossenes Studium an der Universität, Fachhochschule oder Fachakademie und/oder eine Prüfung zum staatlichen Übersetzer abgelegt.

Auch in unserem EHLION Übersetzungsbüro arbeiten wir ausschließlich mit qualifizierten Übersetzern und Dolmetschern.  Zu unserem Leistungsportfolio zählen, neben umfangreichen Übersetzungsdienstleistungen, Simultandolmetschen, Verhandlungsdolmetschen, Telefondolmetschen, Ferndolmetschen und Gebärdensprachdolmetschen. Egal, ob Sie auf der Suche nach einem Dolmetscher oder Übersetzer sind, unser EHLION Team hilft Ihnen gerne bei Ihrem Anliegen weiter. Kontaktieren Sie uns.

Möchten Sie sich als Dolmetscher oder Übersetzer bei uns bewerben? Dann freuen wir uns darauf von Ihnen zu hören.

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