SCHWEDEN: KULTUR UND BESONDERHEITEN DES LANDES – EIN EINBLICK!

Inhaltsverzeichnis

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Das Königreich Schweden ist eines der beliebtesten skandinavischen Reiseziele, ein modernes Land mit vielen Traditionen und einer in vielerlei Hinsicht spannenden Kultur. Internationalen Ruhm bescherten dem Land nicht nur einer der weltweit führenden Möbelhändler, zahlreiche Kinder- und Jugendgeschichten von Astrid Lindgren sowie Literatur und deren Verfilmungen von Henning Mankell, Stieg Larsson – und nicht zuletzt das schwedische Königshaus mit seinem Oberhaupt Carl XVI. Gustaf oder der von Alfred Nobel ins Leben gerufene Nobelpreis.

Schweden zeichnet weit mehr aus. Ein Einblick in Schwedens Kultur wird im Folgenden gegeben. Schließlich muss es Gründe geben, warum das Land nach wie vor zu den glücklichsten Nationen auf der Welt mit einer hohen Lebenserwartung gehört (im Happiness Report 2019 ist Schweden auf Platz).

 

Welche Besonderheiten sind es, die Schweden und seine Bürger auszeichnen?

Schweden gilt als ein steuerfinanzierter Wohlfahrtsstaat („Volksheim“), der sich unter anderem durch die soziale Absicherung seiner Bürger auszeichnet – sei es durch ein umfassendes Betreuungsangebot für Kinder, Elternversicherung, flächendeckende Krankenversorgung oder Altersfürsorge.

Das in den 1930er Jahren gestartete Modell stieß in der Vergangenheit nicht zuletzt durch Wirtschaftskrisen an seine Grenzen, sodass soziale Einschnitte nötig waren. Nichtsdestotrotz bleibt die soziale Sicherheit des Volkes ein wichtiger Bestandteil schwedischer Politik.

Neben der guten sozialen Versorgung besticht der schwedische Arbeitsmarkt durch

  • eine verhältnismäßig geringe Erwerbslosenquote (20- bis 64-jährige) von um die 6 % (Stand 2017),
  • die europaweit höchste Erwerbsquote von 83,3 % (1. Quartal 2019) und
  • einer der höchsten Beschäftigungsquoten von Frauen im europäischen Vergleich.

Schweden ist ebenfalls in Bezug auf die sexuelle Selbstbestimmung13 der Frau führend. Eigens für die Gleichberechtigung der Geschlechter wurde die sogenannte Swedish Gender EqualityAgency14 ins Leben gerufen. Nach oben

 

In Verbindung mit dem kontinentalen Klima, welches im Winter für viel Schnee und für warme Sommer sorgt, ist Schweden ein Paradies für Naturliebhaber.

 

Die schwedische Lebensart: gelassen, zufrieden, gemütlich!

Die gute soziale Absicherung ist vermutlich nicht der einzige Grund für die allgemeine schwedische Zufriedenheit, welche sich in der Kultur Schwedens widerspiegelt. Ebenfalls die Mentalität und Sichtweisen der Schweden auf das Leben werden einen gewissen Anteil an der typisch schwedischen Gelassenheit haben.

Schwedische Mentalität: flache Hierarchien und Understatement

So ist man beispielsweise schnell per Du und Hierarchien sind dem Schweden an sich ein Graus. Das ist nicht nur im fiktiven, sogenannten „Gesetz von Jante“  (auf  Schwedisch  Jantelagen“Leitsätze aus dem Roman „Jante von Aksel Sandemose) verankert, welches die Bescheidenheit des Individuums für den Erfolg des Kollektivs begründet. Diese Mentalität ist vermutlich ein Grund, warum das Konzept der finanziellen Umverteilung (mit hohen Steuerabgaben) überhaupt erst funktionieren konnte bzw. kann.

 „Work-Life-Balance“ und Familienleben: In Schweden ein hohes Gut

So wichtig den Schweden das Wohl des Kollektivs ist – die eigene Familie und deren Wohlergehen ist das Zentrum des Einzelnen. Arbeits- und Berufsleben unterliegen einer strikten Trennung und es wird für eine Ausgeglichenheit zwischen Arbeit und Freizeit gesorgt.

Um für eine gute „Work-Life-Balance“ zu sorgen, macht man es sich in Schweden gern zuhause gemütlich und hält sich ebenfalls gern in der Natur auf. Die Hälfte des Landes ist mit Wäldern bedeckt (63 %) und das Landschaftsbild von zahlreichen Seen und Flüssen geprägt.

 

Naturparadies Schweden – Im Sommer findet das Leben draußen statt 

In Verbindung mit dem kontinentalen Klima, welches im Winter für viel Schnee und für warme Sommer sorgt, ist Schweden ein Paradies für Naturliebhaber. 30 Nationalparks laden zu Outdooraktivitäten jeglicher Form ein und sind meist schnell zu erreichen.

Ruhige, unbesiedelte Plätze zu finden, ist in Schweden nicht schwer, da ganze 97 % des Landes unbewohnt19  und mit gerade einmal Schweden pro Quadratkilometer dünn besiedelt ist. Dass die Wildnis und teils privates Landeigentum für jeden zugänglich und nutzbar bleiben, wird in Schweden durch das sog. „Allemansrätten(Jedermannsrecht) gesichert.

 

Die schwedischen Feste: Prägend für Kultur und Lebensweise!

Gerade die langen Sommertage laden in Schweden zu einem Aufenthalt im Freien ein: auch zum Feiern! Denn Geselligkeit ist ein wichtiger Bestandteil schwedischer Lebensart und wird mit zahlreichen, über die Landesgrenzen hinaus bekannten Feierlichkeiten begangen.

Einige Höhepunkte der meist jahreszeitbezogenen schwedischen Feste sind zum Beispiel:

Tag der schwedischen Flagge – der Nationalfeiertag am 06. Juni!

Gefeiert wird die schwedische Selbstständigkeit als autonomer Staat nach der Auflösung der Union mit Dänemark und Schweden (Kalmarer Union) und der Krönung von Gustav I. Eriksson Wasa am 06. Juni 1523 in Strängnäs (Provinz Södermanlands).

Mittsommer (schwedisch „Midsommar“) – die kürzeste Nacht des Jahres!

Die Mittsommersonnenwende wird alljährlich am Samstag zwischen dem und. Juni gefeiert und gilt neben Weihnachten als das wichtigste Fest in Schweden. Auch wenn nur der Samstag ein offizieller Feiertag ist, wird oft schon am Freitag zuvor gefeiert.

Bei der Planung wird kein Detail ausgelassen und das prägende Bild des Festes sind abbrennende Feuer, Musik und Tanz, Essen und Getränke, Maibäume mit Blumenschmuck und regionale Trachten. Gefeiert wird überwiegend in den ländlichen Regionen. Die Städte und Straßen wirken wie ausgestorben. Mit der Feier des Mittsommerfestes werden die unendlich scheinenden Sommertage gefeiert. Ganz hoch im Norden sind sie das und im Süden dauern die Nächte nur wenige Stunden.

Weihnachtszeit in Schweden (schwedisch „Julfesten“) – Wiedergeburt des Lichtes!

Die Weihnachtszeit kann in Schweden mit gleich zwei Höhepunkten auftrumpfen: Weihnachten und das Luciafest am 13. Dezember, welches jedoch kein offizieller Feiertag ist. Der Brauch des Luciafestes wird in ganz Skandinavien gefeiert und ist das winterliche Gegenstück zum Mittsommerfest. Denn es wurde neben der Ehrung der heiligen Lucia ursprünglich der kürzeste Tag des Jahres (vor der Kalenderreform) gefeiert.

Zum Brauch des Luciafestes gehört auch die Wahl einer „Lucia“ – in Familien oft die älteste Tochter. Sie bringt ihrer Familie morgens Kaffee und Safranbrötchen (das sog. „Lussekatt“) und trägt an diesem Tag ein weißes Gewand mit rotem Taillenband sowie einem Kopfschmuck mit Kerzen. In einer Lichterprozession geht sie voran, gefolgt von anderen Mädchen („tärnor“) und Jungen (stjärngossar) mit Kerzen in der Hand.

Diverse Luciagesänge ertönen in Schulen, Kirchen, Altenheimen und Krankenhäusern. Nicht fehlen darf die Wahl der Luciakönigin. Seit der erstmaligen Wahl durch die Zeitung „Stockholms Dagblad“ 1927 ist die Wahl einer Luciakönigin fester Bestandteil des Lichterfestes.

 

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Schwedische Bräuche und Traditionen rund ums Essen!

Was bei allen schwedischen Festen nicht fehlen darf, sind Gerichte und Getränke. Sie sind ein wichtiger Bestandteil der schwedischen Kultur. Mancherorts wird jährlich am Ende des Sommers das Krebsfest („kräftskiva“) gefeiert. Einen feststehenden Termin gibt es hierfür allerdings nicht mehr.

Fika – Mehr als nur eine Kaffeepause

Neben dem täglichen Frühstück, Mittag- und Abendessen sind die schwedischen Kaffeepausen (Fika“) ein wichtiger Bestandteil schwedischer Traditionen. Sei es zuhause oder bei der Arbeit mit Kollegen: Zeit für eine Fikanimmt man sich gern mehrmals am Tag und nutzt sie für die Erholung zwischendurch oder ein Plausch mit Kollegen. Dabei darf eines der wichtigsten Getränke für die Schweden nicht fehlen: Kaffee! Eine Zimtschnecke oder ein anderes süßes Teilchen dazu macht die Fika perfekt.

fredagsmys – CozyFridays auf Schwedisch

Damit das Wochenende nach einer langen Arbeitswoche standesgemäß eingeleitet wird, nimmt man sich Freitag abends Zeit für ein gemütliches Beisammensein im engeren Familienkreis mit Snacks und Fernsehen. Die sogenannten „fredagsmys“ gehören zu den jüngeren schwedischen Traditionen und werden seit den 1990er Jahren begangen. Besonders beliebt sind kleine Mahlzeiten, die ohne großen Aufwand zuzubereiten sind: unter anderem mexikanische Tacos oder Quesadillas.

Geselligkeit ohne Schuhe – schwedische Einladungen

Freunde und Bekannte lädt man gern nach Hause zum Abendessen ein. Im Allgemeinen geht es hierbei locker und leger zu. Was den Schweden allerdings wichtig ist: Die Schuhe werden an der Eingangstüre ausgezogen und man geht nur mit Strümpfen an den Füssen weiter, oder wenn es eben Sommer ist einfach barfuß.

Handelt sich es um eine etwas „feinere“ Einladung, zum Beispiel ein Geschäftsessen – wobei das aufgrund der Trennung von Arbeit und Beruf eher eine Seltenheit ist-, wechselt man von den Straßenschuhen zu den in der Handtasche mitgenommenen „Schuhen für drinnen“. 

In Schweden wird zudem höchsten Wert auf Pünktlichkeit gelegt. Ist man zu einem Geschäftstermin verabredet oder folgt einer privaten Einladung, sollte man tunlichst pünktlich erscheinen und im Idealfall ein Gastgeschenk mitbringen.

Dieser kleine Abriss Schwedens Kultur und den Besonderheiten, die das Land ausmachen, soll einen Eindruck über das Land geben. Haben Sie weitergehendes Interesse zu schwedischen Gepflogenheiten, wenden Sie sich gern an unser interkulturelles Coaching.

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