INGER NILSSON – INTERVIEW MIT EINER GROSSARTIGEN SCHAUSPIELERIN

Inhaltsverzeichnis

Inger Nilsson Interview EHLION

Pippilotta Viktualia Rollgardina Pfefferminz Efraimstochter Langstrumpf so kennen die meisten Inger Nilsson. Doch was macht die die Schauspielerin heute? In unserem Artikel und Video erfahren Sie alles über Inger Nilsson, die Schauspielerin, aber auch wie die Zeit als Pippi Langstrumpf sie geprägt hat und was sie heute macht.

Interview Teil 1:

 

„Das habe ich noch nie vorher versucht, also bin ich völlig sicher, dass ich es schaffe“. Pippis Selbstbewusstsein und Fantasie kennen keine Grenzen. Sie bezaubert Generationen von Kindern, die davon träumen so frech, frei und mutig zu sein, wie das stärkste Mädchen der Welt.

Mühelos stemmt Pippi ihr Pferd in die Luft, bringt die Polizei zur Verzweiflung und ins Bett geht sie sowieso wann sie will. Mit ihrem breiten Lächeln, ihren roten Zöpfen und ihrem großen Herz erobert Pippi ab Ende der sechziger Jahre die Kinoleinwände und das Fernsehen.

Unweigerlich verbinden daher die meisten das Gesicht von Inger Nilsson mit Pippi Langstrumpf. Die Schauspielerin wurde am 4. Mai 1959 im südschwedischen Städtchen Kisa geboren und wuchs auch hier auf. Heute lebt sie in Stockholm. Nach dem Erfolg aus Kindertagen arbeitete sie vor allem auch viel am Theater. 2007 spielte Inger Nilsson in der Krimiserie „Der Kommissar und das Meer“.

Interview Teil 2:

 

Inger Nilsson als Pippi Langstrumpf – die Rolle ihres Lebens

Pippis Vorstellungskraft kannte keine Grenzen, viele Zuschauer stoßen jedoch an ihre, wenn es darum geht in Inger Nilsson jemand anderen zu sehen als Pippi Langstrumpf. Eine Tatsache, mit der die Schauspielerin immer wieder zu kämpfen hat, denn viele identifizieren sie so sehr mit ihrer Rolle als Pippi, dass es ihnen schwerfällt, den Mensch Inger Nilsson hinter der Figur zu sehen. Vielleicht ist Inger auch deshalb eine ganz besondere Schauspielerin, die ihren Zuschauern immer wieder beweist, dass sie mehr ist, dass sie mehr kann, als Pippi Langstrumpf spielen.

Und dennoch waren die Dreharbeiten zu den Pippi Langstrumpf Filmen und der Serie eine aufregende Zeit. Damals gab es in Schweden nur einen einzigen Fernsehsender. Über die Bildschirme im ganzen Land zu flimmern brachte Inger nicht nur die Aufmerksamkeit der Medien ein, sondern auch in ihrer Familie und in ihrem Dorf wussten natürlich sofort alle Bescheid.

Manchmal war das aufregend, andere Male beängstigend, erzählt Inger. Über die Jahre kamen die Journalisten scharenweise zu ihr nach Hause und wollten Inger bei jedem ihrer Schritte begleiten. Sie wollten mit in die Schule gehen oder dabei sein, wenn sie nachmittags mit ihren Freunden spielte. Inger erinnert sich, dass eines Tages gar eine fremde Frau in ihrem Elternhaus stand, die sich einfach selbst hineingebeten hatte. „Von diesem Tag an mussten wir unsere Tür abschließen“, erzählt Inger.

Interview Teil 3:

 

Pippi Langstrumpf – das Casting und die Dreharbeiten

Vom Casting für die Rolle der Pippi Langstrumpf hatte sie übrigens auch im Fernsehen erfahren. Ihr Vater sah sie an und sagte etwas wie „Wie wäre das? Möchtest du, dass wir ein Foto von dir hinschicken? Hättest du Lust dazu?“. Gesagt getan und so wurde die achtjährige Inger nach mehreren Castingrunden unter tausenden von Mädchen auserkoren, die Heldin in Astrid Lindgrens Buchverfilmung Pippi Langstrumpf zu sein.

Die Bücher hat Inger Nilsson im Übrigen nie gelesen und auch die Drehbücher nicht. Der Regisseur wollte nicht, dass sie die Drehbücher las, stattdessen rief er Inger, Pär und Maria, welche Tommy und Anika spielen, vor jeder Szene zusammen, erklärte ihnen, was passieren würde, wo sie zu stehen und was sie zu sagen hatten und dann wurde gedreht.

Für die Kinder war das Studio und das Filmset ein Abenteuerspielplatz. Inger erinnert sich, dass sie nicht nur gerne vor der Kamera stand, sondern es auch liebte, im Studio auf Entdeckungstour zu gehen. Weniger zur Freude der Erwachsenen, denn wenn Inger vor die Kamera musste, war sie nicht immer auffindbar oder hatte vielleicht auch manchmal ihre Kleidung versehentlich beim Spielen schmutzig gemacht.

Die Innenaufnahmen wurden übrigens in einem Studio in Stockholm gedreht. Eine aufregende Zeit für Inger, es war nicht nur das erste Mal, dass sie in einem Hotel übernachtete, sondern für die Dauer der Dreharbeiten gleich einzog. Nur ihre Familie fehlte und so rief Inger fast jeden Tag ihre Mutter an, erinnert sie sich.

Auch Astrid Lindgren selbst war immer mal wieder bei den Dreharbeiten dabei und reiste mit zu verschiedenen Drehorten. Inger erinnert sich noch genau, als sie Astrid Lindgren das erste Mal traf. Astrid breitete ihre Arme aus sagte: „Bitte kommt in meine Arme, meine kleinen Filmkinder.“

Noch mehr Geschichten über das Leben hinter den Kulissen erzählt uns Inger Nilsson in ihrem Interview mit EHLION. Sehen Sie sich hier das Video an.

 

Pippi Langstrumpf – internationale Erfolge

Auf Englisch heißt sie „Pippi Longstocking“, auf Portugiesisch „Pipi das Meias Altas“ und „Fifi Brindacier“ ist ihr Name im Französischen.

Der Erfolg der Pippi Langstrumpf Filme ging und geht immer noch weit über die Grenzen Schwedens hinaus. Eine gute Synchronisation trug zum Erfolg der Filme in vielen Ländern bei.

Auch bei der Krimireihe „Der Kommissar und das Meer“, bei der Inger Nilsson seit 2007 die Rechtsmedizinerin Ewa Svensson spielt, spielt Sprache eine ganz besondere Rolle, denn es wird auf Schwedisch und Deutsch gedreht. Wenn eine Szene gedreht wird, wird sie erst auf Englisch gelesen und anschließend spricht jeder Schauspieler in seiner eigenen Sprache. Inger spielt eine Szene auf Schwedisch, ihr Kollege Walter Sittler antwortet auf Deutsch. Anschließend wird das ganze synchronisiert.

 

Inger Nilssons Werdegang nach ihrer Zeit als Pippi Langstrumpf

Sich nach ihrer Rolle als Pippi Langstrumpf als Schauspielerin zu halten und zu zeigen, dass sie nicht Pippi ist, war für Inger nicht immer ganz einfach. Als sie vor vielen Jahren nach Stockholm zog, verdiente sie sich ihren Lebensunterhalt zunächst als Sekretärin. Im Laufe der Jahre wagte sie außerdem einen Ausflug ins Musikgeschäft und versuchte sich als Sängerin. 1977 veröffentlichte sie die Single „Keep on Dancing“ und 2009 zog sie sogar ins schwedische Dschungelcamp ein.

Die Zeiten als Kinderstar sind lange vorbei, aber Inger Nilsson hat ihren Weg zurück vor die Kamera gefunden. Und sie ist nicht nur vor der Kamera tätig, auch die Theaterbühne ist ihr zu Hause. Auf die Frage, welche Art von Rollen sie im Theater spielt, antwortet sie „Ich spiele die Magd. Ich spiele immer die Magd“ und das zuletzt in der Produktion „Bernarda Albas Haus“ von Lorca.

Inger träumt davon, irgendwann einmal in einem Stück von Shakespeare auf der Bühne zu stehen. Welche Figur es genau sein soll, da ist sie sich noch unschlüssig, vielleicht Lady McBeth.

Außerdem hat sie gerade eine Pilotfolge für eine Fernsehkomödie gedreht, in der sie laut eigener Aussage eine etwas verrückte Mutter spielt. Und natürlich ist sie weiterhin als Ewa Svensson in „Der Kommissar und das Meer“ zu sehen. Die Serie wird im Übrigen auch im schwedischen Fernsehen ausgestrahlt. Synchronisierte Serien und Filme sind in vielen europäischen Ländern nicht wegzudenken und viele Serien wären ohne Synchronisation wohl kaum so erfolgreich geworden.

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