INDUSTRIE 4.0 – DIE VIERTE INDUSTRIELLE REVOLUTION

Inhaltsverzeichnis

INDUSTRY 4.0 - EVERYTHING YOU NEED TO KNOW

Seitdem die Initiative „Industrie 4.0“ von Vertretern der Wirtschaft, Wissenschaft und Politik auf der Hannover Messe 2011 erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt wurde, hat sich der Begriff im Sprachgebrauch etabliert. Gemeint ist damit der Wandel der industriellen Fertigung durch flexible Produktion, intelligente Fabriken und den Einsatz von Daten. Grundlage hierfür ist die zunehmende Vernetzung von Maschinen, Produkten und Unternehmen im industriellen Internet der Dinge.

In der rasanten Entwicklung des Internets sahen die Initiatoren der Initiative die treibende Kraft für die nächste – d. h. die vierte – industrielle Revolution. Während das Aufkommen der Dampfmaschine die erste industrielle Revolution begründete und die Industrialisierung erst ermöglichte, erfolgte durch die Bereitstellung von Elektrizität Anfang des 20. Jahrhunderts die zweite und durch die Verbreitung des Computers in den Sechzigerjahren die dritte industrielle Revolution.

 

Internationale Verbreitung des Begriffs

Über die internationale Industriemesse Hannover Messe und Übersetzungen auf Wikipedia hat sich der Begriff „Industrie 4.0“ in der Regel als direkte Übersetzung international verbreitet. So lautet der Titel eines Förderprogramms der italienischen Regierung „Industria 4.0“ und eine Initiative in Quebec, der französischsprachigen Provinz Kanadas, trägt den Titel „L’industrie 4.0“. Doch nicht überall hat sich eine direkte Übersetzung von „Industrie 4.0“ etabliert. So spricht die französische Regierung von „l‘industrie du futur“ und in den Niederlanden verwendet man den Begriff Smart Industry, wie für die gleichnamige Initiative im Zeitraum 2018-2021.

In den USA wird gar das „neue Maschinenzeitalter“ heraufbeschworen, so im von Brynjolfsson und McAfee 2014 veröffentlichten Buch „The second machine age“, das es auf die Bestsellerliste der New York Times schaffte und 2015 mit dem Deutschen Wirtschaftsbuchpreis ausgezeichnet wurde. Die beiden Autoren beschreiben, wie die rasanten Veränderungen durch die Digitalisierung, die Arbeitswelt und die Wertschöpfung völlig verändern. Davon leiten sie wirtschaftlichen Chancen, aber auch Handlungsempfehlungen ab. Sie definieren diese Entwicklung übrigens als „zweite industrielle Revolution“.

 

Sprachdienstleistungen im Zeitalter der Industrie 4.0 Sprechen Sie mit uns

Die digitale Revolution in der Fertigung, oder auch „Industrie 4.0“, wird von einer Reihe neuer Technologien ermöglicht. Zum einen sorgt die zunehmende Digitalisierung für die Vernetzung von Maschinen. Zum andern entstehen durch Vernetzung eingebetteter Systeme sogenannte cyber-physische Systeme, die die virtuellen und realen Umgebungen verknüpfen. Beispiele hierfür sind etwa Logistiksysteme oder die industrielle Prozesssteuerung. Eine wichtige Grundlage für die Industrie 4.0 und die intelligente Fabrik von morgen ist zudem das Internet der Dinge.

Es ist gekennzeichnet durch die Vernetzung von Dingen, Nutzern, Unternehmen und Partnern. Der Beratungsfirma Deloitte zufolge bedeutet das Internet der Dinge die „Integration von Geräte- und Sensordaten mit Big Data, Analytics und anderen Unternehmensanwendungen“. So ergeben sich völlig neue Möglichkeiten für die datengesteuerte Fertigung. Möglich ist dies durch leistungsfähige Netzwerke, die Vernetzung von Maschinen, Geräten, Werkstücken und Produkten sowie durch eine leistungsstarke Datenanalyse. So erfassen Sensoren in intelligenten Fabriken wichtige Parameter und ermöglichen die Zustandserfassung aller Maschinen. Dadurch kann die Wartung individuell auf den Bedarf zugeschnitten werden.

 

Große Datenmengen und Kommunikation stehen im Mittelpunkt der Industrie 4.0

Durch eingebettete Systeme nehmen die Verfügbarkeit und Verarbeitung großer Datenmengen zu. Die zunehmende Vernetzung – drahtgebunden oder drahtlos, physisch oder über die Cloud – gestattet die zeitnahe Auswertung der Daten und eine schnelle Reaktion auf die Gegebenheiten. Wird aufgrund erhöhter Temperatur- oder Vibrationswerte etwa der Ausfall einer Maschine prognostiziert, kann automatisiert oder durch menschliches Eingreifen Abhilfe geschaffen werden, bevor es zu einem kostspieligen Ausfall kommt.

In der intelligenten Fabrik kommunizieren Maschinen miteinander und können so komplexe Abläufe in der Fertigung oder Logistik automatisiert steuern. Mithilfe von RFID-Etiketten können sogar Werkstücke bzw. Produkte mit Maschinen kommunizieren. Auch umfassende Qualitätsinformationen lassen sich während der Fertigung erheben und für die spätere Analyse und Prozessoptimierung speichern. Durch die allgegenwärtige Vernetzung im industriellen Internet der Dinge ist auch eine individualisierte Produktion sowie eine schnelle Reaktion auf sich veränderte Anforderungen möglich.

 

Übersetzen im Zeitalter der Industrie 4.0

Die digitale Transformation hat längst auch die Sprachdienstleistungen erfasst. Moderne IT und künstliche Intelligenz ermöglichen sogar rein maschinelle Übersetzung.  Schon seit langem arbeiten Sprachdienstleiter mit großen zweisprachigen Datenbeständen, mit denen sich unter Umständen auch Systeme für maschinelle Übersetzung – MT-Engines – trainieren lassen. Der Einsatz solcher Systeme bedeutet allerdings bei weitem nicht das Ende professioneller Sprachdienstleistungen – im Gegenteil.

Maschinelle Übersetzung muss in der Regel im Post-Editing nachbearbeitet werden. Bestimmte Ausgangstexte, Textarten, Fachgebiete oder Sprachen – oder eine Kombination daraus – eignen sich mit Blick auf Zielgruppe oder Kommunikationszweck nicht für die maschinelle Übersetzung. Der Einsatz von qualifizierten Fachübersetzern ist nach wie vor unverzichtbar, sei es zur Bereinigung der Translation Memories, das Post-Editing oder die Anpassung von kulturspezifischen Texten an die jeweiligen Zielgruppen in den internationalen Märkten.

 

Welche Chancen bietet die „Industrie 4.0“?

Durch die intelligente Vernetzung von Maschinen, Produkten und Abläufen und durch den Einsatz von Daten eröffnet die Industrie 4.0 völlig neue Möglichkeiten. Damit ist einerseits eine größere Flexibilität und Anpassung an dynamische Entwicklungen im Markt möglich, andererseits können kundenzentrierte, individuelle Lösungen umgesetzt werden. Darüber hinaus bietet die Industrie 4.0 ausgezeichnete Möglichkeiten für die Optimierung von Prozessen und Warenflüssen.

 

Hier ist die Digitalisierung von Prozessen und Fertigung bereits Realität

Während sich viele Projekte der Industrie 4.0 noch im Stadium der Entwicklung befinden oder als Demonstrator getestet werden, gibt es schon konkrete Anwendungsbeispiele, die die Vorteile der Industrie 4.0 illustrieren. Die Plattform „Industrie 4.0“ der Bundesregierung führt zahlreiche solcher Projekte großer und kleiner Unternehmen auf:

  • Inbetriebnahme von Logistiksystemen mit „virtuellem Zwilling“: Das Unternehmen viastore Systems bietet eine Lösung, mit der die virtuelle Inbetriebnahme von Materialfluss-Anlagen möglich ist. Dadurch werden Zeitaufwand und Risiken bei der Inbetriebnahme verringert.
  • Visualisierung von Wertströmen: Bosch nutzt die RFID-Technologie, um den Wertstrom mittels automatisierter Buchung und vernetzter Waren sichtbar zu machen. Dadurch kann die Position bestimmter Waren in der Logistikkette eindeutig ermittelt werden, wodurch die Transparenz der Lieferkette erhöht wird.
  • Vernetzte Fertigung: Die Firma Trumpf stattet Werkstücke mit einem DataMatrix-Code aus, sodass sie zu Informationsträgern werden. Somit stehen alle für die Prozesskette erforderlichen Informationen zur Verfügung und die papierlose Fertigung rückt in greifbare Nähe.
  • Autonome Instandhaltung: Schaeffler setzt auf selbststeuernde Zustandsüberwachung von Maschinen. Hierbei werden innovative Monitoring-Systeme und Sensortechnologien eingesetzt. Der Zustand der Maschinen kann präzise festgestellt werden, zudem übermitteln die Systeme Daten zur Prozessgenauigkeit, Maschinenauslastung und Verfügbarkeit, sodass die Fertigung optimiert werden kann.
  • Herstellung von Möbeln nach individuellem Bedarf: Der Möbelhersteller HABA hat durch neue Prozesse und die gezielte Bereitstellung von Informationen auf eine kommissionsweise Fertigung umgestellt. Dadurch kann das Unternehmen wesentlich effizienter produzieren und spart Rohstoffe.

Diese Beispiele stehen stellvertretend für eine Fülle von Möglichkeiten für eine individuellere, effizientere und ressourcenschonendere Produktion.

 

Sprache für die Industrie 4.0

Damit eine Kommunikation zwischen all den vernetzten Werkstücken, Maschinen, Systemen und Partnern möglich ist, müssen diese eine gemeinsame Sprache sprechen. Eine Arbeitsgruppe von VDI/VDE befasst sich aktuell mit der sogenannten I4.0-Sprache. Wie bei herkömmlichen Sprachen geht es auch hier um Vokabular, Nachrichtenstruktur, Semantik und Interaktion. Denn damit die Möglichkeiten der Industrie 4.0 ausgeschöpft werden können, müssen alle Daten und Informationen maschinell lesbar sein und die Kommunikation zwischen Maschinen in einer präzisen, eindeutigen Sprache erfolgen.

Ähnliches gilt auch für Anwender und Anbieter von Systemen, Prozessen und Dienstleistungen rund um die Industrie 4.0. Damit Ihre Texte bei Kunden, Partnern, Lieferanten und Mitarbeitern in aller Welt auch wirklich ankommen, unterstützt Sie EHLION bei der internationalen Kommunikation rund um die Industrie 4.0.

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